Form-Hauptsignal

Einflügelig

Formsignale verfügen über einen oder mehrere Arme (Flügel), die nach oben oder unten in verschiedene Lagen geschwenkt werden können. Durch das Schwenken hergestellte Anordnungen der Flügel in bestimmten Winkeln stellen dabei verschiedene Signalbegriffe dar. Ein einzelner, horizontal liegender Flügel entspricht in der Regel der stärksten Beschränkung, die das Signal darstellen kann, meist Halt. Auf- oder abwärts zeigende Flügel schwächen diesen ab oder heben ihn ganz auf. Im aktuellen Signalsystem der DB AG bedeutet beispielsweise ein einzelner um 45 ° nach rechts oben zeigender Flügel den Signalbegriff Hp 1 Fahrt.

Formsignale werden meist mechanisch von Hebel Stellwerken über Doppel Drahtzugleitungen gestellt. Da dies die Stellentfernungen begrenzt, müssen bei besonders langen Stellentfernungen und generell in elektromechanischen Stellwerken elektrische Signalantriebe verwendet werden. Zur Rückstellung in die Halt Lage dient in diesen Fällen ein die Leitung spannendes Gewicht.

Die zur Fernstellung der Signale verwendeten Drahtzugleitungen werden durch ein Spannwerk, das Längenänderungen infolge von Temperaturschwankungen ausgleicht, unter gleichmäßiger Zugspannung gehalten. Das Spannwerk ist so konstruiert, dass bei einem Bruch der Stell Leitung die herabfallenden Spann Gewichte den Signal Antrieb gegen einen Endanschlag in die Stellung Hp 0 Halt, bzw. die restriktivste verfügbare Stellung ziehen und ihn dort festhalten. So wird sichergestellt, dass einem Zug nicht irrtümlich ein Fahrt Begriff angezeigt und ihm so die Einfahrt in einen durch einen anderen Zug besetzten Streckenabschnitt gestattet wird. Wenn Haupt- und Vorsignal in eine gemeinsame Leitung eingebunden sind, was insbesondere bei der preußischen Staatsbahn, der Deutschen Reichsbahn bis Kriegsende und der Deutschen Bundesbahn üblich war, gelangen beim Drahtbruch zwischen Stellwerk und Hauptsignal beide Signale in Haltlage. Reißt die Leitung zwischen Haupt- und Vorsignal, fällt das Spannwerk nur etwa um den halben Weg. Das Vorsignal wird in Warnstellung festgehalten, das Hauptsignal bleibt stellbar. Zur Vermeidung von Hubverlust bei schwergängigen Leitungen sind die Spannwerke mit einer Klemmvorrichtung ausgerüstet. Diese setzt das Spannwerk während der Stellbewegung fest.

Formsignale deutscher Bauformen werden mit Gewichten an den Flügel Grundplatten und Ausgleichshebeln nach dem Aufstellen so ausgewogen, dass die Flügel beim Lösen jedes Bolzens des Gestänges durch ihr Eigengewicht in die Halt Lage gelangen.


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